Farin Urlaub kritisiert iPod & Co.

Die Ärzte - Jazzfäst-Tour

Ich bin bei der FAZ auf ein sehr interessantes Interview mit Farin Urlaub (Die Ärzte) gestoßen. Dass Punkmusiker mehr als nur Alkohol, Drogen und Frauen im Kopf und am Leib haben, beweist Herr Urlaub schon seit einigen Jahren. Neben intelligenten Songs, übertreffen seine Statements und Meinungen die zuweilen die von manch Volksvertretern.
Umso mehr weckte folgende Aussage zum Thema neuartiger Musikvertriebskonzepte meine Aufmerksamkeit:

Ein Fortschritt ist das für uns nicht unbedingt. Der schlaue Steve Jobs hat mit seinem iPod ganz schlechte Bedingungen für Künstler zur Norm gemacht. Total unfair und schlimmer als manche Labels in den 80er Jahren. Das Wenige, was der digitale Vertrieb kostet, steht in keinem Verhältnis zu dem, was Apple einstreicht. Reich wird man als Band damit nicht, deswegen muss man das Geld mit Konzerten und Merchandising reinholen. Ich glaube, wir landen in Zuständen wie vor 100 oder 120 Jahren: Musik an sich ist wertlos. Nur das Konzert oder die gedruckte Note kostet etwas.

Leider detailliert das Interview diese Aussage nicht weiter, was ich jedoch spannend gefunden hätte. Ich bin insofern irritiert, dass die Musikindustrie dem illegalen Download einen Riegel vorschieben möchte, es weit und breit jedoch keinen adäquaten Anbieter gibt, der die Interessen beider Seiten (Kunde & Industrie) zu vertreten weiß. So scheint Apple mit seinem iTunes-Store und der iPod-Anbindung zumindest ein vom Kunden akzeptiertes Vertriebskonzept entwickelt zu haben. Bisher schien mir, bis auf wenige Ausnahmen, das Konzept auf Zustimmung seitens der Künstler zu stoßen.
Von daher würde mich mal Analyse von Einnahmen zwischen klassischen Vertriebsmodell und Apple´s iTunes interessieren.


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  1. Gravatar Icon Mark

    schrieb am 15. Dezember 2008 um 18:27 Uhr:

    Ich bin kein “Insider”, sondern “nur” Kunde. Was mich nervt, ist, dass es einfach kein ordentliches Web-Angebot gibt. Warum gibt es keine Plattform, auf der ich praktisch jeden Künstler sofort finde und problemlos runterladen kann? Und das zu einem attraktiven Preis, denn bei manchen Shops zahlt man praktisch das gleiche, als würde man die CD im Handel kaufen.
    Die MI sollte sich mal gründlich Gedanken machen.

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  2. Gravatar Icon Musiker Einnahmen aus CD-Verkauf - Beispiele | funkygog Blog

    schrieb am 15. Dezember 2008 um 19:21 Uhr:

    [...] über IPod: “Total unfair und schlimmer als manche Labels in den 80er Jahren” siehe Bericht in der Hasenfarm weitere Info | [...]

  3. Gravatar Icon Jan

    schrieb am 15. Dezember 2008 um 21:42 Uhr:

    Na ja, im Prinzip ist doch der iTunes Store genau so eine Plattform. Das Problem dabei ist einfach nur, dass sich nicht jeder Künstler mit den Apple Gepflogenheiten anfreunden kann und daher im iTunes shop nicht vertreten ist. Gerade Major Labels dürften nicht unbedingt ein Interesse daran haben, einen Teil ihrer Gewinne, die sie vorher allein einstreichen konnten, an Apple abzutreten, wobei es viele ja inzwischen doch tun, weil iTunes sich dank des iPods einfach mal etabliert hat.

    Für Künstler, die schon lange im Geschäft sind (wie auch Farin Urlaub) weht natürlich inzwischen ein anderer Wind, da sie nicht mehr eine Maxi mit einem Song und 2 Remixen für 10 DM verkaufen können. Da wird der Song halt für 0,99 cent downgeloaded und Apple streicht dabei auch noch etwas ein (wie viel, weiß ich nicht). Dass die da jammern ist natürlich klar.

    Ich sehe gerade für Bands und Künstler ohne fetten Major Deal im Rücken in iTunes einen ganz klaren Vorteil: über Seiten wie Tunecore kann man so für wenig Geld seine eigenen Songs der ganzen Welt präsentieren, was vor 10 Jahren undenkbar gewesen wäre. Klar, kassieren andere kräftig mit, aber im Vergleich zu früher, wo der Künstler mit mickrigen Almosen abgespeist wurde, während das Label den Rest einstrich, sind entgültig vorbei. Also ich sehe darin eigentlich nur einen Vorteil.

    Dass Bands wie die Ärzte damit natürlich ein Problem haben, kann ich aber durchaus nachvollziehen – die gibt´s ja auch nicht im iTunes shop.

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  4. Gravatar Icon Tom

    schrieb am 15. Dezember 2008 um 20:06 Uhr:

    Mist, ich hatte schon mal wo eine genaue Auflistung gesehen, mit Tortengrafiken und Tralala.

    So muss hier dieser Artikel aufs Erste genügen:
    http://digitalmusic.weblogsinc.com/2006/06/14/weird-al-yankovic-says-digital-is-a-raw-deal-for-some-artists/

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  5. Gravatar Icon Musik Online: Von Urlaub und Jobs - Spontis

    schrieb am 15. Dezember 2008 um 14:14 Uhr:

    [...] einem Interview der FAZ mit dem Musiker Farin Urlaub (Die Ärzte), das ich bei der Hasenfarm entdeckt habe, geht der Künstler kurz auf die Vermarktung von Musik über das Internet eingeht. [...]

  6. Gravatar Icon Michael

    schrieb am 15. Dezember 2008 um 22:19 Uhr:

    Die Ärzte gibt es seit einigen Monaten im iTunes Store.

    FU kritisiert den Store, den nicht iPod.

    Die Ärzte (und alle angeschlossenen Formationen) sind online über finetunes erwwerbar, gleiche Preise, kein DRM und ich denke bessere Konditionen für den Künstler.

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  7. Gravatar Icon Henning

    schrieb am 15. Dezember 2008 um 23:05 Uhr:

    @Michael: Der iPod läuft nunmal nicht ohne iTunes – und damit ohne Store. Somit gilt seine Kritik schon dem iPod. Zudem folgendes Zitat: “Der schlaue Steve Jobs hat mit seinem iPod ganz schlechte Bedingungen…”

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  8. Gravatar Icon Ben

    schrieb am 15. Dezember 2008 um 10:28 Uhr:

    Im Ansatz kann ich Die Kritik verstehen, man muss sich aber auch die Frage stellen ob das nicht mehr ein Problem der Labels und weniger eines der Bands ist und welche Art von Musik das betrifft – die Ärzte betrifft das sicher nicht. Die verstehen es nämlich auch nach Jahrzehnten noch Konzerthallen zu füllen und Ihr Merchandise an den Mann zu bringen. Ist es nicht eher ein Problem für “Künstler” und Acts die die Musikindustrie “künstlich” erschaffen hat (DSDS und andere Retorten) und den musikalischen Mainstream? Ist nicht der Live Act, also das Konzert – egal ob im AZ/JZ um die Ecke oder in grossen Hallen – Grundlage und Kern des musikalischen Schaffens? Wo ist das Problem mit digitalem Verkauf seiner Musik nicht “reich” werden zu können und sein Auskommen mit Konzerten sichern zu müssen? Nur mal so ein paar Gedanken…

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  9. Gravatar Icon Michael

    schrieb am 15. Dezember 2008 um 13:21 Uhr:

    Ben: Seh ich ähnlich. Zumal Bands wie Die Ärzte auf eine feste Anzahl Fans “zurückgreifen” können… Farin spricht ja auch von “weniger Verdienst” was immer noch mehr ist als dutzende andere Bands.

    Henning: Hm, ich hab den Store im iTunes ausgeblendet, bekomme da nichts von mit. Und mit ein wenig mehr Arbeit laufen selbst die aktuellen iPods recht gut ohne iTunes. Wobei ich noch keinen der ganzen Nachmacher gefunden habe, mit denen ich so gut klar komme ;)

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