Darum geht es:
Was haben unsere Hasen gequiekt, als sie den Stern-TV-Bericht in Zusammenarbeit mit der Tierschutzorganisation “Vier Pfoten” über die aktuelle Situation in der Kaninchenmast in Europa gesehen haben. Nomen es Omen, und so fühlen wir uns verpflichtet, ein paar Worte zu diesem Thema zu verlieren. Wir hoffen, dass sich das Weihnachtsmenü und die Einstellung einiger Menschen ab diesem Jahr ändern wird.
Damit du eine Ahnung hast, worum es überhaupt geht, gibt es hier ein Video über die Lebensbedingungen von Zuchtkaninchen. Sei stark und halte bis zum Schluss durch:
DirektSchock
Hintergrund:
Der Wirtschaftszweig Kaninchenmast erlebt dank Vogelrippe, Schweinepest und BSE einen Aufschwung. Der Europäer stellte seinen Speiseplan nach den Skandalen um – und quält dadurch Millionen von Hasen. Die Betreiber der Kaninchenmastanlagen, die von den Tierschützern als Tierquäler entlarvt wurden, produzieren Kaninchen u.a. in Italien, Tschechien, Frankreich, Ungarn und Deutschland. Die Tiere müssen unglaubliche Qualen während ihres Lebens Dahinvegetierens durchmachen. Mastkaninchen werden es nie so gut haben, wie unsere beiden Mümmelmänner (12 Quadratmeter Terrasse und eine zweistöckige Kaninchenvilla), aber eine Fläche von lediglich 0,2 bis 0,4 Quadratmetern und eine Käfighöhe von bis zu 40 Zentimeter ist absolut Inakzeptabel. Die Käfiggröße wurde übrigens durch Empfehlungen der World Rabbit Science Association, dem Welt-Kaninchen-Wissenschafts-Verband festgelegt.
Ein Züchter in Ungarn hat zugegeben, die Stallanlagen sechs Monate nicht mehr gereinigt und klimatisiert, um Fördergelder vom Staat zu bekommen (wtf?). Entsprechend miserabel Bedingungen herrschen in den Anlagen (die Kotberge unter den Gitterställen waren stellenweise einen halben Meter hoch). Neben angefressenen Ohren, ausgekratzten und vereiterten Augen, leiden viele Kaninchen unter Verätzungen. Die toten Kadaver liegen zwischen den noch lebenden Tieren. Die Mortalitätsrate liegt bei sagenhaften 25%.
Der Tierschutzorganisation sind im April aufgenommene Bilder zugespielt worden, die nachweislich in einem Betrieb in Weißenschirmbach in Sachsen-Anhalt gedreht worden. Der Betreiber der Mastanlage ist von den Reportern von Stern TV aufgesucht und mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Überraschenderweise wurde nichts gesagt und kein Zugang zu den Kaninchenställen gewährt. Dieser Betrieb ist Mitglied der “Qualitätssicherung Kaninchen”. Mitgliedsbetriebe dieser Vereinigung beliefern neben großen Supermarktketten wie REWE, Kaufland und Edeka (“Wir lieben Lebensmittel” – aber offenbar keine Lebewesen?), die Gastronomie und auch Wochenmärkte. Stern-TV nahm Kontakt mit Kaufland auf. Dort hat man sich vor Ort von der artgerechten Tierhaltung der Tiere in dem o.g. Betrieb vor Ort überzeugt und konnte keine Unregelmäßigkeiten in der Haltung der Tiere feststellen.
Zu allem Überfluss sind Kaninchen, wie Dr. Karl Fikurat von der Bundestierärztekammer bestätigt, für die industrielle Tierhaltung schlecht geeignet, da sie zu stressanfällig sind. Unter diesem Hintergrund, klingen die Schilderungen aktueller Mastkaninchenzucht noch widerwärtiger:
Weibliche Kaninchen erreichen mit drei bis vier Monaten die Geschlechtsreife. Zuchthäsinnen werden in der Regel nicht älter als ein Jahr. Entweder sterben sie innerhalb dieses Zeitraums vor Erschöpfung, oder sie werden geschlachtet, sobald sie nicht mehr monatlich werfen.
Was sagt der Gesetzgeber zu der Quälerei?
NICHTS!
Weder in Deutschland noch auf EU-Ebene existieren gesetzliche Vorschriften zur Haltung, zum Transport und zur Schlachtung von Kaninchen. Die Datenzahl gewerblicher Betriebe wird nicht statistisch erfasst. Die derzeitige Bundesregierung wendet nicht einmal das Tierschutzgesetz konsequent an, um wenigstens die offensichtlichsten und schwerwiegendsten Missstände in der Kaninchenhaltung auszuräumen. Bisherige Versuche, über die Missstände aufzuklären scheiterten. Strafanzeigen gegen gewerbliche Kaninchenhalter blieben erfolglos.
Ohne eine gesetzliche Grundlage, das wissen wir aus den Lebensmittelskandalen der letzten Jahre, schert sich kein profit-orientierter Erzeuger um das Wohlbefinden der Tiere UND ebenso interessiert es deutsche Handelsunternehmen auch nicht. Es geht um die Kohle – koste es was es wolle. Zur Not auch 25 Prozent tote Ausschuss-Hasen!
Und jetzt? Vegetarier werden?
NEIN!
Wir heben keinesfalls den Finger und schicken dich in´s Tofu-Land.
Auf keinen Fall möchten wir zu diesem Thema den Ausspruch hören: “Es ist schlimm, aber was will man dagegen machen? Kein Fleisch mehr essen?”
Es geht darum, zu erkennen, dass der Kunde die Macht hat. Schalte dein Gehirn ein, wenn du demnächst bei EDEKA oder REWE (und all den anderen Anbietern) an der Fleischtheke stehst: Kann ein Kaninchen wirklich 9,99 EUR kosten? Geh mal in eine Zoohandlungund kauf dir ein lebendes Kaninchen. Dann legst du zwischen 15 und 50 EUR auf den Tisch – und dieses Tier ist gerade mal geschlüpft. Du muss es also noch füttern und aufziehen!
Wenn du Lust hast, Fleisch zu essen, denke daran, dass das Tier vor seinem Tod gelebt und gefühlt hat. Es ist erwiesen, dass das Fleisch “glücklicher” Tiere besser schmeckt und gesünder ist, als jenes von Gequälten.
Wer jetzt noch ruhigen Gewissens Kaninchen isst, die nicht artgerecht gehalten wurden, dem wünschen wir, dass er nach dem Verzehr auf den Tisch kotzt! Allen anderen rufen wir zu: Die Macht ist mit Euch!
Quellen und schockierende Bilder gibt es hier: vier-pfoten.de
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schrieb am 25. Oktober 2008 um 12:44 Uhr:
[...] Save the Hasen, Die Sache mit den Kaninchen und natürlich VIER PFOTEN und Stern-TV decken auf: Lebensmittelketten EDEKA und REWE bereichern sich weiterhin an Kaninchenqual Kaninchenfutter hinzufügen: [...]
schrieb am 25. Oktober 2008 um 15:46 Uhr:
[...] Vereiterungen und vieles mehr. Ich möchte jetzt nicht unbedingt doppelt erzählen, denn der Artikel auf Hasenfarm ist ausführlich und schockierend und sollte in meinen Augen von jedem gelesen [...]
schrieb am 25. Oktober 2008 um 12:00 Uhr:
Ich hoffe das diese Bestien die das diesen Tieren antun eines Tages für ihre Taten bestraft werden .Ich kann nicht nachvollziehen wie jemanden das noch schmecken kann , den jenigen soll jeder bissen im Hals stecken bleiben .
schrieb am 25. Oktober 2008 um 15:29 Uhr:
Kapitalistische Wixer.. Ich wünschte ich könnte einen dieser Bestien nur für 5 Minuten bei mir haben… All meine Aggression und Frust über diese grauenhaften Zustände würde ich bei diesem Stück Scheisse abladen…Dann kann man Ihn an der Fleischtheke für € 0,05/kg kaufen! GO VEGAN!!!