Das ist unser Beitrag zum heutigen Blog Action Day 2008.

Armut bezeichnet primär den Mangel an lebenswichtigen Gütern (beispielsweise Essen, Obdach, Kleidung)… (Quelle: Wikipedia)
Wie aus dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervorgeht, sind 13 Prozent der Bürger in Deutschland arm. … Als arm gilt nach einer Definition der Europäischen Union, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient – das sind 781 Euro netto im Monat. (Quelle: dw)
Dieser Tage knallt uns das Thema aus aktuellem, finanzkrisenverursachtem Anlass verstärkt um die Ohren. Aber können wir in Deutschland wirklich von Armut sprechen, wenn Menschen in anderen Ländern verhungern? “Rund um den Globus leiden derzeit fast eine Milliarde Menschen an Hunger. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen.” (Quelle: ORF). Man klagt auf hohem Niveau. Der Diskussion, ob man mit den staatlichen Subventionen tatsächlich leben kann, möchten wir hier nicht neuen Brennstoff verpassen.
Wir halten die Diskussion über Armut für obsolet, denn im Jahr 2007 gab es weltweit einen Geldbeutel, aus dem 1.339 Milliarden US-Dollar für Militärausgaben genommen worden sind.
Interessiert uns das Thema “Armut” überhaupt? Wenn ich mir unsere Medienlandschaft ansehe, dann wird vordergründig über die Reichen und Schönen der High-Society berichtet. Bigger, better, higher und reicher lautet die Devise. Man bespannt Leute, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Yacht für 2 Mille, Haus für 5 Mille, Jet für x Mille. Irgendwie könnte den Eindruck bekommen, die rutschen auf ihrer Geldspur irgendwann mal aus. Paparazzi jagten so manchen Star durch die Nacht, um das beste Fotos von Selbigem zu provozieren – sowas habe ich bei einem Obdachlosen noch nie gesehen. Selbst bei der Firmenpleite des Franjo P. wird nicht der Eindruck vermittelt, man rede über Armut.
Man stelle sich vor, im Fernsehen liefe eine Sendung, die Arbeits- und Obdachlosen – also die per Definition als arm Geltenden – Tipps und Tricks aus ihrer misslichen Lage aufzuzeigen. Ratschläge für die richtige Bewerbung, Finanzmanagement (nein, ich meine nicht Peter Zwegat) und Stilberatung. Vielleicht noch etwas Hauswirtschafts- und Ernährungslehre. Ich würde mal wetten, dass die Premiere nicht bis zum Ende ausgestrahlt werden würde. Einschaltquotenflucht in Richtung “Explosiv”.
Wenn man sich aber dem Thema Armut im TV nähert, dann meist in Form von Sendungen a la “Die Kontrolleure”. Messiwohnungen und Sozialhilfeempfänger werden befilmt und mit einem beträchlichen Maß von Sensationslust abgestempelt.
Armut ist kein Thema, obwohl es ein Thema ist. Wir können wegschauen, oder die Aufmerksamkeit auf die Betroffenen lenken, denn dann haben sie irgendwann keine Chance mehr, sich resignierend auf Staatskosten auszuruhen und müssen ihr Schicksal selber in die Hand nehmen.
Meine Co-Autorin meinte abschließend, nachdem ich mir hier den Kopf zerbrochen habe, dass sich sowieso keine Sau für meine Gedanken zum Thema Armut interessiert. Ich hab dagegen gehalten, dass die nachwachsende Gesellschaft die Augen nicht verschließt und sich doch mit dem Thema beschäftigt und sich Gedanken macht.
Wer von uns beiden liegt richtig?
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schrieb am 15. Oktober 2008 um 19:18 Uhr:
Null Kommentare – ich fürchte Deine Kollegin hat recht.
Es gab damals im Fernsehen (ARD oder ZDF) eine Serie wie ein Mann durch die Arbeitslosigkeit in der Gosse landete. (leider fällt mir der Titel nicht ein, muss so Mitte-Ende der 80er gewesen sein)
Die würde gerne nochmal sehen, lieber als reiche Russen beim Shoppen.