Wohnungssuche an Lichtmasten

Wohnungssuche am LichtmastenDer Wohnungsmarkt in Hamburg ist hart umkämpft. Nicht nur von den Maklern, sondern auch von den Interessenten. So erblickt man an den Sockeln von Beleuchtungs- und Verkehrsregeleinrichtungen neben den üblichen Verdächtigen – verlaufene tintenstrahlgedruckte Wohnungsgesuche – neuerdings professionelle Eigenwerbungskampagnen. In Harvestehude stellte sich mir abgebildeter Pfosten in den Weg. Darauf sympathisierte mir ein Paar entgegen, dass im Stil der Quickfoto-Automaten im Bahnhof mehrfach auf dem Plakat rumposten. Die Botschaft “Paar sucht Kauf” nahm ich bei soviel Sympathiebekundung fast nicht mehr wahr. Ebenso die liebevoll gewählte Mail nestsuche@xxxx.de sowie die Auflistung, welche Kompromissbereitschaft man besitzt (Haus, Etage, Schuppen, Renovierung…).

Ich frage mich allen Ernstes wer bei der derzeitigen Wohnungssituation in Hamburg glaubt, ein Verkäufer läuft durch die Straßen und sucht Käufer. Wenn 80 Bewerber für eine 1,5-Zimmer-Wohnung stundenlang in einem alten Treppenhaus stehen, sind derartige Zetteleien in meinen Augen bloße Papier- und Zeitverschwendung. Oder?