Während in den 80ern in Deutschland die Deutsche Welle ihr Unwesen trieb und langsam die elektronische Musik aufkeimte, als sich das Land von der RAF erholt und die DDR die Fahnen hisste, um mit Selbigen wenig später wehend unterzugehen, bescherte uns die nordamerikanische Filmindustrie ganz besondere und inzwischen ihres Gleichen suchende Kultobjekte. Im Vorabend- und Spätprogramm liefen TV-Serien, die sich wie in Stein gemeißelt in unseren Köpfen eingenistet haben und deren Titelmusiken undwiderruflich mit unserer Jugend verbunden sind.
Heute – 20 Jahre danach – muss man nur ein paar Töne der Titelmusiken anstimmen und sofort hellen sich die Gesichter auf und man hört ein raunendes “ahhh” – gefolgt von kurzem Grübeln, welcher Serie man die Melodie zuordnen soll.
Wir, die wir in den 80ern allabendlich vor der Flimmerkiste saßen und diese Serien verschlangen, uns inmitten der Schießereien und Schlägereien sahen und als Berufswunsch “Privatdetektiv auf Hawaii” formulierten, haben wir hier unsere All-Time-Favourites der amerikanischen TV-Serien mit den Titelmusiken zusammengetragen. Eine Reise zurück in eine Zeit, als das Leben noch mehrheitlich aus Träumen bestand.
Ein Colt für alle Fälle
Die Kult-Serie schlechthin! Colt Seavers, Stuntman und Kopfgeldjäger mit seinem teils unterbelichtet wirkenden Cousin Howie und dem Traum unserer schlaflosen Nächte – Jody, lebte eigentlich stets am Existenzminimum und stand mit einem Bein im Knast. Der Titelsong wurde von Lee Majors (aka Colt Seavers) persönlich gesungen. Das Fingerschnippsen am Anfang lässt noch heute kindliche Erinnerungen in mir aufkeimen. Welcher Junge wünschte sich nicht als Besitzer dieses hammergeilen Trucks über Autos zu springen? Mehr bei Wikipedia.
Simon & Simon
Die Detektive Rick und A.J. Simon – der Eine eine coole Sau mit hau-drauf-Mentalität, der Andere smart und intelligent – brachten jeden Verbrecher zur Spur. Fetter Lastwagen und Tarnkleidung gepaart mit Anzügen war eine außergewöhnliche Kombination. Die Titelmusik mit der prägnanten E-Gitarre brannte sich tief in die Synapsen. Übrigens wurde die Serie von CBS produziert, die Jahre später u.a. mit Sex and the City eine neue Kultserie schufen. Mehr bei Wikipedia.
Magnum
Ferrari, verdammt heiße Frauen, Beachfeeling und mittendrin Tom Selleck mit Schnurrbart. Seine zum Teil naive, tollpatschige Art machte ihn sympathisch und menschlich. Damals für uns der Inbegriff für Easy-Living (falls wir das Wort damals schon kannten). Die Titelmusik wurde von Mike Post produziert.
Miami Vice
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Mike Hammer´s Titelsong verlieh der Serie den Charme von spröder Avantgarde. Die verdeckt arbeitenden Polizisten Crocket (alias Don Johnson) und Tubbs trugen Designeranzüge, verkehrten im Jet-Set Miamis und jagten fast immer Drogenhändler – meist mit superflachen Sportwagen oder Luxus-Booten. Für uns Jungspunde war das die Definition von Reichtum! Mehr bei Wikipedia.
MacGyver
Was muss man dazu noch schreiben: Gib dem Kerl ein Taschenmesser, Kaugummi und ein Blatt Papier und im Handumdrehen baut der daraus Bombe, Fallschirm oder Telefon. Irgendwie passte die Dynamik des Vorspanns eigentlich nicht zur z.T. intellektuell-handwerklichen Konflikt- und Problemlösung im Film. Mehr bei Wikipedia.
Trio mit 4 Fäusten
Ein pinker Hubschrauber mit Gesicht, der als Bild dauerhaft Speicherplatz im Gehirn verbraucht, ist für mich das Markenzeichen. Der Name der Serie zielt auf die unterschiedlichen Kernkompetenzen der Protagonisten ab. Da sind die beiden Vietnamveteranten Cody und Nick – die auch mal zuhauen können, sowie der Computer-Freak Murray – der Probleme gewaltfrei löst. Die Titelmusik wurde von Mike Post produziert. Mehr bei Wikipedia.
Hawaii Fünf-Null
Melodisch sicher der meist gesummte, gepfiffene oder sonstig intonierte Titelsong aus dieser Zeit. Die Bildwechsel des Intros haben einen schwindelig gemacht und die futuristische Kameratechnik (Froschaugen) war ihrer Zeit voraus. Inhaltlich ging es wie immer um das organisierte Böse, welches sich auf Hawaii aufhielt. Mehr bei Wikipedia.
Kojak
Glatze und Lolli – Telly Savallas – legte den Grundstein mit dem lässigen Detektiv, jenseits von Koventionen. Die Serie hat hier aufgrund ihrer Produktion in den 70ern nichts verloren, aber damals gab es uns nicht und wir erlebten die Wiederholungen als brandneuen Scheiß aus Amerika. Mehr bei Wikipedia.
Baywatch
Diese Serie markiert das Schlußlicht des 80er-Jahre-Filmkults und den Beginn einer neuen Ära. Nicht mehr allein Waffen, coole Jungs und Gauner standen im Vordergrund. Jetzt ging es um Sex. Nicht im wörtlichen Sinne, aber welcher Pubertierende konnte seine Hormone beim Anblick von Pamela Anderson, Erika Eliniak und Carmen Electra im Zaum halten. Und David Hasselhoff durfte damals auch noch sein Brusthaartoupet ungehemmt in die Kamera halten, ohne dass man mit der Stin runzeln musste. Der Trailer ist wie Urlaub pur und die ersten Staffeln der Serie haben heute noch Kultstatus. Mehr bei Wikipedia.
Sollten wir deiner Meinung nach wichtige Meilensteine vergessen haben, bist du herzlich eingeladen, diese in den Kommentaren zu würdigen!
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schrieb am 9. September 2008 um 16:13 Uhr:
Dank Dir für Deine Mühe und den Ausflug in zurückliegende Zeiten *grins*
Spontan fallen mir noch “Dallas” und “Denver” ein (ganz Frau halt). Obwohl ich von den oben genannten auch einige (außer Baywatch) geliebt habe!
LG
GelbeRose
schrieb am 9. September 2008 um 15:47 Uhr:
[...] Wie wärs hiermit? http://www.hasen-farm.de/…/ [...]
schrieb am 9. September 2008 um 17:53 Uhr:
Die erfolgsreichste Serie der 80er fehlt.
KNIGHT RIDER
oder geht es nur um Lieblingsserien? Aber auch da waren Michael Knight und K.I.T.T. bei fast allen Jungs ganz vorne (und der junge David Hasselhoff bei den Mädels sowieso). Und wo ist das A-Team? Airwolf? Streethawk? Hardcastle and McCormac?