Für mich als Teenager in einer Kleinstadt war das Spektakel “MTV Video Music Awards” noch ein riesen Erlebnis. Heute, als junggebliebener Erwachsener bin ich von diesem “Megaevent” alljährlich enttäuscht. Liegt es daran, dass die Künstler nicht mehr so interessant und unerreichbar sind, wie früher? Wenn Madonna auftritt, spielt sie ihr Programm ab und ihre Kolleginnen an die Wand. Technisch, clean und durchorganisiert. Rihanna hört sich live in meinen Ohren ziemlich schräg an. Ihr Auftritt war “ganz nett” und obligatorisch sexy, aber einfach nicht mehr innovativ und zeitgemäß – Chartmaschine halt. Christina Aguilera legte, genau wie Rihanna ganz in schwarz gekleidet, eine Gruselperformance hin. Einstiger Hit meets pseudo-trendigen Synth-Pop. Auf die Performance von Lil`Wayne war ich sehr gespannt, doch diese fand nicht statt. Nicht dass er nicht da war, als Hip-Hop-Künstler muss man mehr bieten, als er es tat. Die Einzige, die ich an diesem Abend wirklich überraschend sexy und auch stimmlich gut fand, war Pink. Besonders beachtenswert fand ich ihren Auftritt vor dem Hintergrund, dass sie sich mit gebrochener Rippe auf die Bühne begab.
Das Bild, was mir bei den VMAs geboten wurde, war blass und langweilig. Alles in allem bin ich überzeugt, wir haben in Deutschland im Augenblick mehr Talente, so eine Show spektakulärer zu gestalten, als die “Big Business”-Amis.
Die Besetzungscouch:
- durch das Programm führen Pastevka & Stromberg
- Mia legen eine stimmgewaltige und einzigartige Performance zum Auftakt hin
- der Chefstyler Jan Delay gibt dem ganzen die nötige Exklusivität
- Ja, auch Tokio Hotel dürfen einen Auftritt machen, da sie aus mir unerklärlichen Gründen den Globus erobern und damit deutsche Musik im Ausland bekannt machen
- der beste Rapper des Jahres sorgt für den Gangsta-Style (Sammy, Sido o.ä.)
- die Beatsteaks drehen voll durch mit “Jane became insane”
- Monrose sorgen für das nötige Sexapeal
- wenn Sarah Conner singt, kann man neben ihrer Stimme im Saal eine Stecknadel fallen hören
- Peter Fox macht einen Solo-Auftritt mit “Alles Neu” und rockt den Laden, denn wie wir wissen haben nicht nur Tokio Hotel sondern auch das Seeed Mitglied den ein oder anderen Ami beeindruckt….
- Seeed knallen mit einem ihrer gewohnten Hammerauftritte
- den krönenden Abschluss machen die Toten Hosen zusammen mit den Ärzten, den beiden besten Bands, die dieses Land zu bieten hat.
Nicht mit dabei wären auf jeden Fall die Geburten von DSDS, da es hierbei um Qualitäts- und nicht um Retortenmusik geht. Die Diskusion um die Deutschsongquote bei Radiosendern kann man sich im direkten internationalen Vergleich sparen. Deutsche Künstler rocken mehr, als ihre internationale Konkurrenz.
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