die Fusion von Vinyl und MP3

Irgendwie, irgendwo, irgendwann habe ich mir mal Gedanken über die Zukunft der Musik gemacht. Aus Sicht eines Konsumenten, mit einem Gedanken an die Musiker und einem Hauch von Rücksicht auf die Plattenfirmen.

Die Gesamtsituation der “Musik” ist nach wie vor im Wandel: die CD-Verkäufe stagnieren (149 Mio. Stück), der Umsatz legal heruntergeladener Songs steigt rasant (+40%, 35 Mio.) und geklaute Musik wird weiterhin geklaut. Erstaunlich: das 60jährige Vinyl geht erstärkt aus diesem Digitalkrieg hervor (+15%, 0,7 Mio). Zwar kann es an seine Hochphase aus 1981 mit 1,14 Mrd. (!) verkauften Einheiten nicht anknüpfen, aber Sterben sieht anders aus.

Nicht lange ist es her, da habe ich mir zwei CDs gekauft. Die Tracks und das Label sind Kult. Obwohl die CDs in chicer Pappbox kamen, war der Kauf letztendlich irgendwie doch ernüchternd. Kaum zu Hause angekommen, habe ich die Silberlinge im Laufwerk in meines MacBookPros versenkt und Minuten später drehte sich die Dateien auf der Festplatte, das Pappcover wich einer Grafik, die in iTunes ein tristes Eckendasein führt und die einst labeltypische Schriftart der Trackliste wurde durch den technischen MacFont ersetzt. Weg war der Soul, die Ausstrahlung, der Kult. Die Tracks wurden zu einigen von vielen. Die CDs liegen nun im Schrank und da werden sie wohl auch in Zukunft bleiben. Das kann doch so nicht richtig sein.

Machen wir uns nichts vor, aber es gibt wohl kaum jemanden, der seine Musik heute nicht in digitaler Form vorliegen hat, aufbewahrt und mit sich herum trägt. Warum soll ich mir dann eine CD kaufen, die ich eigentlich nach der Überspielung auf die heimische Plattenlandschaft wegwerfen kann? Auf der anderen Seite: Warum soll ich mir Musik kaufen, die ich nicht mal in die Hand nehmen kann, deren Wert ich nicht fühlen kann? Ein Dilemma, welches schnell im illegalen Download bei den Rapidshares und Bittorrents dieser Welt endet.

Nach neuen Wegen im Verkauf der Musik gilt es zu forschen. So sah ich kürzlich ein Label, welches verstärkt auf den Verkauf ihrer Musik mittels Vinyl besonnen hat. Um ihren Kunden zusätzlich den digitalen Erwerb zu ermöglichen, wurde jeder Platte ein Gutschein zum kostenlosen Download der Titel aus dem Netz beigelegt. Damit schlägt das Label zwei Fliegen mit einer Klappe: zum Einen erhält der Kunde Musik zum Anfassen – in Form des Vinyls. Gleichzeitig erwirbt er aber den Service, die Titel bequem digital zu erwerben. Mich nervt es, ständig neue Vinyls manuell zu digitalisieren. Das Konzept stößt daher bei mir auf großes Interesse und Befürwortung.

Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob eine uralte Schallplatte in der Lage sein wird, den Siegeszug der MP3-Downloads aufzuhalten, aber in die steigenden Absätze der Vinylverkäufe kann man ein gewisses Bedürfnis der Konsumenten nach Mehrwert hinein interpretieren. Die Verknüpfung von analoger und digitaler Musik kann zeitgemäß sein.

(Quelle der Daten: Presseservice der Musikindustrie.de)

Nachtrag:

IFPI_Header

Liebe IFPI,

ich finde es ziehmlich bescheuert von Euch, dass Ihr in den Kopf Eurer Webseite den Zähler “illegaler Downloads seit dem 01.01.2008″ einblendet. Das zeugt nicht von professionellem Umgang in der Reaktion auf sich änderndes Kundenverhalten. Das ist wie Kleinkindergeflenne und das Rennen zu Mama. Davon wird´s auch nicht besser.


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  1. Gravatar Icon Ecki

    schrieb am 5. September 2008 um 22:30 Uhr:

    Das mit dem Zähler auf deren Seite hab ich auch noch nie verstanden. So was doofes. Und was das dem User sagen der dahin surft? Das ich auch schuld bin an deren Einnahmen die mit dem CD verkauf flöten gegangen sind? Man man man

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