Es geht mir momentan mächtig auf die Nerven, mit welcher Ignoranz Leute derzeit rumrennen. Ob das nur bei mir so ist, weiß ich nicht. Aber es kotzt mich an.
1. Fall: Faulheit
Eine Kollegin fährt jeden Tag der Woche ihre 6 km mit dem Auto zur Arbeit, nennt Bequemlichkeit als Argument, verweist, auf die Benzinkosten angesprochen, auf keinen Diskussionbedarf. Eine andere Kollegin hebt die Daumen und applaudiert der Autofahrerin zu ihrer Einstellung. Mit soviel Dummheit geschlagen zu sein, ist ein schweres Schicksal. CO2, Klimaveränderung und Rohstoffknappheit gehören nicht zum Wortschatz vieler. Egoismus und Starrsinn verhindern ein Umdenken.
2. Fall: FSC
Die Gartensaison neigt sich dem Ende und so manch Schnäppchenmöbel wurde gekauft, genutzt und verbraucht. Im SSV verschleudern die Geschäfte derzeit die letzten Lagerbestände und Fehleinkäufe. Hach, es kann ja alles so billig sein. Aber gefühlte 0% der Kunden wissen, wo der Baum, aus dem die Möbel geschnitzt wurden, gefällt wurde. Fragt man man nach dem Wissenstand über “FSC”, blickt man in fragende Gesichter. Es spielt keine Rolle, ob der Regenwald weggesägt wird, hauptsache meine Gartenmöbel sehen chic aus und sind preiswert. Profitgier der Anbieter und Desinteresse der Kunden als Klimakiller.
3. Fall: Olympia
In diesen Minuten gehen die olympischen Spiele in China zu Ende. Ich wurde Zeuge zahlloser Diskussionen, bei denen sich junge Menschen desinteressiert gegenüber den Spielen äußerten und sich sogar gegen die Spiele in China aussprachen. Mögliche Chancen, die Situation in China zu verbessern und ein Umdenken von Teilen der Bevölkerung aufgrund der massiven Medienberichte herbeizuführen, wurden nicht gesehen. “Da ändert sich doch eh nichts.” – einer der meist gesprochenen Sätze. Bestätigt wurden derlei Einstellungen durch das miserable Bild, welches das IOC während den Spielen abgab. Eingeknickt vor laufenden Kameras.
Wegsehen, um nicht beunruhigt zu werden.
Merkt ihr´s noch alle?
Macht die Augen auf, sonst rennt ihr irgendwann gegen einen Wand. Aber dann heult nicht!
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schrieb am 24. August 2008 um 13:40 Uhr:
zu 1.
getroffene hunde bellen. habe auch immer das gleiche beobachten können. besonders erschreckend – die bekommens einfach nicht hin, eine relation zwischen dem eigenen handeln und der allgemeinen umwelt herzustellen. sturheit? bockigkeit? irgendsowas.
habe mal jmd. vor sechs jahren ne gründliche dämmung seines hauses bis ins kleinste durchgerechnet. das argument, dies nicht umzusetzen waren die investitionskosten. damals habe ich mit weitaus niedrigeren energiekostenentwicklungen rechnen (müssen)[gibt da ein paar spannen, aber die steigerung zu heute war jenseits der vorstellung] – vor ein paar monaten habe ich die unterlagen dazu nochmal durchgeguckt. der spass wäre mit den reellen preisentwicklung im nächsten jahr amortisiert. die leute sind nicht in der lage, vermeintlich langfristige entwicklungen ins verhältnis zu ihrer eigenen lebensdauer zu bekommen. und wenns ihnen evtl. doch dämmert – wird auf durchgang geschaltet. prolliges gehabe.
zu 2.
wie oben. die auswirkungen sind nicht im eigenen garten zu sehen – ergo für mich nicht existent. glaub in der letzten geo gabs nen abriss über entscheidungsvorgänge – ergebnis: der mensch kann von natur aus nur auf unmittelbare gefahren reagieren. logische zusammenhänge, die darüber hinaus gehen kollidieren mit diesem verhalten. ignoranz ist die folge dessen.
zu 3.
ähm – schon zu ende?