
Der Trend des Sommers bei der Lebensmittelkette “*E*E” scheint “BIO” zu sein. Als offizieller Lieferant der deutschen Fußballnationalmannschaft verpflichtete man sich, seinen Kunden frisches und biologisch gewachsenes Obst und Gemüse anzubieten.
Meine Erfahrungen mit der neuen Frische sind nahezu komplett negativ. Bei Eiern habe ich den Wechsel zur Bioproduktion schon seit längerem vollzogen. Die Qualität stimmt, übertrifft sogar konventionell produzierte Ware und damit kommt der Ökogedanke im Sinne des BIO-Siegels zum Tragen. Bei Obst und Gemüse sieht die Sache derzeit anders aus.
Angebot:
BIO gut und schön, aber ich möchte die Wahl haben. Inzwischen habe ich bei Bananen nur noch die Wahl zwischen Markenprodukt und Bioprodukt – beides zum gleichen Preis. Die preisgünstigere Variante der Eigenmarke ist stets ausverkauft. Bei Bananen vertraue ich der BIO-Politik nicht und bin nicht gewillt, mögliche Margensteigerung durch meinem Geldbeutel zu unterstützen.
Qualität:
“Ja, das passiert bei den BIO-Sachen sehr oft.”, so der Verkäufer, dem ich die am Vortag erworbene und zwischenzeitlich verschimmelte Schale Pfirsiche übergebe. Auch das abgebildete Basilikum verabschiedete sich bereits wenige Tage nach dem Kauf in Richtung Kompost. Herkömmliches Basilikum überlebt bei mir Wochen auf der Fensterbank und gedeiht fleißig weiter. Einzig der sukzessive Verbrauch setzt der Pflanze ein Lebensende. BIO-Produkte haben offenbar andere Ansprüche an Lagerung, Pflege und Präsentation im Geschäft. Dass Großketten diesen Anforderungen nachkommen können, scheinen die in den Auslagen umherschwärmenden Fruchtfliegen zu widerlegen.
Ich finde die BIO-Entwicklung unterstützenswert, aber sie sollte sinnvoll stattfinden. Die gesammelten Erfahrungen lassen mich meine Entscheidung zu BIO zwar nicht revidieren, aber es wird ein Umdenken in Richtung Kaufort stattfinden. Eine Entscheidung, die den Discountern möglichen Vorsprung zum Gemüsehändler um die Ecke kostet.
Also Ihr ALDIs, REWEs, NETTOs dieses Landes – wenn schon BIO, dann bitte richtig – oder gar nicht.
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schrieb am 24. August 2008 um 14:18 Uhr:
gutes thema. kauf mein obst und gemüse auch immer öfter im vorbeifahren beim türken/chinesen/etc.. weiss zwar dass die es auch beim grosshandel holen – traue aber den ketten nicht. wo bitte kommts denn auf einmal alles her? wenn das timing machbar ist, hol ich samstags was aufm wochenmarkt. da rennen doch tatsächlich erzeuger rum. also echte bauern. fleisch hol ich eh lieber bei einem der verliebenen metzger. und nach nem richtigen bäcker musste ich auch ewig suchen.
bio. sagt irgendwie gar nix aus. und hat den aufwand für den verbraucher nicht erleichtert.
schrieb am 24. August 2008 um 16:47 Uhr:
Ich kaufe “nur” Bio wenn von der normalen Ware nicht mehr da ist:
z.B. “Rucola”
Ich sehe keinen Sinn bei drei Bio-Paprika für 2.99 Euro.