The Revenge of the Radfahrer

Parkhinweis

Neulich beobachtete ich eine erzürnte Radfahrerin bei dem Bekleben eines auf dem Radweg parkenden Autos mit abgebildetem Aufkleber. Wie bei einer Briefmarke bespeichelte sie die Rückseite und bappte ihn an die Beifahrerscheibe. Ob sie besser gelaunt hinfort radelte konnte ich nicht erkennen.

Ich, ebenfalls und wie immer mit dem Rad unterwegs, stellte mir hingegen die Frage, ob ich diese Aktion für gut befinden oder mich dagegen aussprechen soll. Oft genug blockieren parkende oder zu be- und entladende Autos die ohnehin schon bescheidene Infrastruktur der Radfahrer. Als Ausweg bleibt nur der Fußweg oder die Straße – eine Wahl zwischen Pest und Cholera: zwar ist die Kollision mit einem Fußgänger für den Radfahrer bei weitem nicht so schmerzhaft, wie der Aufprall auf einer Motorhaube, aber angenehm fühlt sich  anders an. Zudem neigen Fußgänger des öfteren zu sturzprovozierenden Handlungen gegenüber Radfahrern. Somit sitzt man nicht nur auf dem Rad sondern auch in der Zwickmühle.

Welche erziehungstechnischen Maßnahmen bleiben also übrig, um körperlich (und zuvor geistig) abwesende Autofahrer auf ihr rücksichtsloses und gesundheitsgefährdendes Verhalten aufmerksam zu machen? Das Hinterlassen von Nachrichten scheint somit eine zeitlich extensive Möglichkeit und ein probates Mittel zu sein. Zudem umgeht man damit eventuellen Auseinandersetzungen mit körperlich überlegenen Gestalten. Hingegen halte ich die brav gewählte Formulierung “Parke nicht auf unseren Wegen” für zu unterwürfig und damit ungeeignet. Welcher Porsche Cayenne-Fahrer wird nach dem Lesen einer solchen Nachricht sein Verhalten von Grund auf neu überdenken?

Aufruf zum Mitmachen: Stellt sich die Frage, welchen Ton man auf einem solchen Aufkleber anschlagen soll. Also rufe ich die Radfahrer unter Euch auf, in den Kommentaren passende Claims zu hinterlassen. Ich spiele mit dem Gedanken, zukünftig den prägnantesten in Form eines lickable Stickers an Hamburgs Falschparker zu verteilen.