Der Rubel rollt nicht

Rubel

Samstag Nachmittag, gegen 16 Uhr. Jeder normale Mensch sucht sich ein Café und genießt selbigen mit leckerem Kuchen. Die Anderen rennen zu IKEA. Wohlwissend, wie der Einkauf verlaufen wird. Man darf auch gerne zwischen Männer- und Frauenerwartungen unterscheiden. Während die Männer die Erwartung pflegen, direkt in die Abhol- und Lagerhalle zu gehen, um die bereits zu Hause im Katalog zusammengestellte Kollektion zu verladen, bittetfordert die Begleiterin den Gang durch die Ausstellung. “Nur mal schauen” hört man da und im Nachsatz die Bemerkung “Aber nimm mal eine Tragetasche mit.” Aha, nur mal schauen! Der Mann, genervt, trabt hinter der Begleiterin her und nickt gelangweilt zu ihren Fragen. Nachdem das Paar mit einer prall gefüllten Tasche endlich die Lagerhalle erreicht hat, trocknen auch endlich die Schweißtropfen auf der Stirn des Mannes, der die Pakete verlädt, um sich wenige Schritte später in einer ca. 2 km langen Warteschlange unter tausenden Gleichgesinnter wiederzufinden. Zwar sind 90% aller Kassen geöffnet, aber die aus Schweden importierte Entspannung der Verkäufer sorgt dafür, dass man in aller Ruhe neue Freundschaften mit Wartegenossen knüpfen kann.
Richtig lustig wird es, wenn dann auch das passiert, was mir gestern wiederfahren ist. Nach einer gefühlten Stunde Wartezeit (es waren in Wirklichkeit 59 Minuten) , als ich dem Ruhepol “Kassierer” endlich meine EC-Karte überreichen durfte, verweigerte das Karten-Lesegerät seinen Dienst. “Karte leider nicht lesbar” – 1a. Dumm nur, dass ich kein Bargeld bei mir hatte. Der Kassierer reagierte leicht irritiert, als ich die neue Garnitur Bettbezug für zusammen vierzig Euro mit finsterer Miene und liegen lies und ohne Antwort auf den gejodelten Wochenendsgruß abzog. Hätte er sich schenken können. Die Kunden nach mir standen dann sicher noch einige Minuten länger, da der Betrag ersteinmal von einer dafür legitimierten Person ausgebucht werden musste. Wenigstens etwas Spaß!
Summa summarum habe ich also ca. 2 Stunden damit verbracht, neues Bettzeug nicht zu kaufen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich all den Einzelhändlern mit elektronischen Zahlungmöglichkeiten auf den Weg geben: Wenn auch nur eine Karte nicht lesbar ist (die es Minuten zuvor im Laden nebenan noch war), dann schickt das bef*#*#e Gerät an den Hersteller zurück. Ich zahle Beträge ab 20 EUR stets mit Plastik und im Jahre 2008 erwarte ich, das im Rahmen von Servicedefinition zu können. Oder könnt ihr auf den Umsatz verzichten?


Verpasse keinen neuen Beitrag und abonniere unseren RSS-Feed oder unsere Twitter-News.

2 Kommentare bis jetzt, schreibe hier auch etwas.

  1. Gravatar Icon MacTV

    schrieb am 20. Juli 2008 um 13:38 Uhr:

    Sehr geil. Ja, so läuft das bei IKEA ab
    und ja … ist mir auch schon passiert.

    AntwortenAntworten
  2. Gravatar Icon HASENFARM | wenn Service nicht stattfindet

    schrieb am 20. Juli 2008 um 20:41 Uhr:

    [...] anderthalb Monaten habe ich in einem kleinen Szenelanden ein Paar Sneakers von Kostum erworben. Heute war ich wieder [...]

Schreibe einen Kommentar oder sende diesen Artikel zu Twitter:

Kommentare, die nicht sofort erscheinen, werden von unserem Anti-Spam-Service vermutlich für Spam gehalten und erst später von uns freigeschaltet.

Abonniere den RSS-Feed für diesen Kommentar
Trackback Adresse

zuletzt inspiriert

verlinkt

bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis Bloggeramt.de frisch gebloggt Das Blog Verzeichnis Blog Top Liste - by TopBlogs.de BlogPingR.de - Blog Ping-Dienst, Blogmonitor blogoscoop blogtotal