AIDS-Kampagne der Michael-Stich-Stiftung

Plakat der Michael-Stich-Stiftung

Vor einigen Wochen sah man mancher Orten das sonderbare Werbeplakat mit dem Claim “Ganz die Mama – HIV-positiv”. Der Hintergrund der Kampagne ist, dass Neugeborene trotz einer HIV-Infektion der Mutter vor der Krankheit geschützt werden können. Dazu ist ein AIDS-Test während der Schwangerschaft bei der Mutter notwendig.

Nun wären alles so einfach, gebe es nicht gleich jemanden, der die “Dagegen”-Karte zieht. So geschehen in Person der Bremer Landesbeauftragte für Frauen, Ulrike Hauffe. Zuerst meldete die Bild, dann bestätigte mir auf Nachfrage die Pressestelle das Vorgehen (hier das PDF):

Aufgrund mehrerer Beschwerden hat Ulrike Hauffe die Kampagne bei der Firma JCDecaux kritisiert, woraufhin die Plakate von dieser Firma abgehängt wurden.

Dennoch irritieren die Thesen mit denen gekämpft wird. Schaut man sich die Fakten an, wundert man sich.

Bei 13 der 16 in Deutschland mit HIV geborenen Kinder, bei denen der Virus im Jahr 2007 diagnostiziert wurde, war der Mutter kein HIV-Test in der Schwangerschaft angeboten worden, die Schwangerschaften lagen zwischen 1997 und 2007. (Quelle: HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen in Deutschland“ – Aktuelle epidemiologische Daten (Stand vom 01.03.2008) – Halbjahresbericht II/2007 aus dem Robert Koch-Institut)

Grund für die geringe Quote könnte darin begründet sein, dass der Test bereits zur regulären Schwangerschaftsvorsorge zählt, bzw. viele Ärzte diesen aber schon lange praktizieren. Und so verwundert es nicht, dass sich die Diskussion um die Plakatkampagne nicht um die fachlichen Fakten dreht, sondern auf der feministischen Front geführt wird.

“Ist es gefährlich, eine Frau zu sein?” oder “Hier würden Mütter zu Täterinnen gemacht, empörten sich viele Anrufer in der Gleichstellungsstelle des Senates.” (Quelle: Brigitte)

“Stattdessen bewirken die Plakatmotive, dass die Mütter als Schuldige an der HIV-Infektion und am Tod ihrer Kinder wahrgenommen werden und das Stillen als potenziell todbringend gesehen wird.” (Quelle: Frauen Bremen)

Es geht also um das Bild der Frau. Wasch mich, aber mach mich nicht naß, könnte man meinen. Aufklärung ist gut, aber bitte intellektuell hochwertig. Die geringe Infektionsquote zeigt, dass man auf einem guten Weg ist. Nun muß man sich die Frage erlauben lassen, wie man die letzten Frauen dazu bekommt, den Test anzunehmen, um ihr Neugeborenes vor der Infektion zu schützen? Und da hilft meiner Meinung nach nur Provokation, Aufmerksamkeit und Wachrütteln. Wir leben heute in einer von Informationen überfluteten Welt. Täglich werden wir bombadiert mit audio-visuellem Müll. Nicht jeder ist in der Lage, dieser Informationsflut Herr zu werden. Da sarf es bei einem so wichtigen Thema wie AIDS auch gerne mal heftiger werden in der Aussage. Schließlich verzeichnen wir derzeit wieder eine steigende Zahl der Infektionen. Von daher ist für mich das Einstellen der Kampagne aufgrund von feministisch geleiteten Interessen ein inakzeptables Spiel auf Kosten ungeborenem Leben.

Und hier für alle, die noch nicht ans Kinderkriegen denken:

Kampagne der Michael-Sicht-Stiftung

Alle Fotos: Michael Stich Stiftung


Verpasse keinen neuen Beitrag und abonniere unseren RSS-Feed oder unsere Twitter-News.

Schreibe einen Kommentar oder sende diesen Artikel zu Twitter:

Kommentare, die nicht sofort erscheinen, werden von unserem Anti-Spam-Service vermutlich für Spam gehalten und erst später von uns freigeschaltet.

Abonniere den RSS-Feed für diesen Kommentar
Trackback Adresse

zuletzt inspiriert

verlinkt

bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis Bloggeramt.de frisch gebloggt Das Blog Verzeichnis Blog Top Liste - by TopBlogs.de BlogPingR.de - Blog Ping-Dienst, Blogmonitor blogoscoop blogtotal