verkehrspolitische Diskriminierung von Radfahrern

Es folgt ein Monolog, den jeder verstehen wird, ausser Autofahrer.
Fragt man Stadt- und Verkehrsplaner nach ihren Rezepten gegen verstopfte innerstädtische Straßen, kommt in den meisten Fällen das Argument der intelligenten Verkehrsleitung auf den Tisch. So verkünden genannte Verantwortliche in unregelmäßigen Abständen von ihren Erfolgen gegen den bevorstehenden Verkehrsinfarkt. Dank neuer Ampelschaltungen und videogestützten Geschwindingkeitsregulierungen werden immer neue Rekordwerte in der erziehlten Durchschnittsgeschwindigkeit vermeldet. Und was macht der Hamburger Autofahrer gegen 16 Uhr? Richtig, er steht im Stau. Wo? Egal. Irgendwo ist immer einer. Anderen Städten geht es nicht anders.

Was fällt auf?

Bisher keine Rede von alternativer, ökologisch nachhaltiger Fortbewegung – dem Radfahrer. Denn die erhöhte Durchschnittsgeschindigkeit des Verkehrs bezieht sich nur auf den Motorisierten und wird zu Lasten des Radfahrers erziehlt. Abgesehen von der in vielen Städten misserablen Infrastruktur für Radfahrer, fällt besonders in Hamburg (vielleicht auch in anderen Kommunen, aber dort fährt der Autor nicht) auf, wie Radfahrer bei Ampelschaltungen ausgebremst werden.
In den meisten Fällen hat sich der Radfahrer nach der Fußgängerampel zu richten. Diese schaltet bekanntlich sehr früh auf Rot, damit die Straße durch lahmende Fußgänger geräumt und für den Rechtsabbiger frei ist. Der Radfahrer steht.
Neuerdings findet man vermehrt berührungssensitive Taster an den Ampelpfosten. Erst der Kontakt lässt die intelligente Steuertechnik im Hintergrund darauf kommen, dass jemand – meist ein Fußgänger – die Straße überqueren will. Das System ist aber leider nicht so intelligent, dass es dem Drückenden einen Vorrang einräumt. So kommt es, in Hamburg besonders auffällig am Siemersplatz, dazu, das man sich fast zwei komplette Ampelzyklen ansehen darf, bevor das System dem Fußgänger/Radfahrer Grün gibt.
In den seltensten Fällen findet man separierte Rad- und Fußgängerampeln. An diesen Lichtinstallationen kann man hervorragend ablesen, wie intelligente Steuerung funktioniert. Während der Fußgänger schon stehen muß, rollt der Radverkehr weiter. Erst dann, wenn es für den Autoverkehr notwendig ist (Rechtsabbieger), schaltet auch die Fußgängerampel auf Rot.

Wenn sich der Trend der Ölpreise fortsetzt, müssen die Planungsmanganer unserer Städte beginnen, auch die ernst zunehmen, die nicht mit dem Auto vorran kommen wollen. Ein Radfahrer ist kein Fußgänger und hat sich somit auch nicht nach Fußgängerampeln zu richten. Es wird Zeit für eine differenzierte Verkehrsplanung abseits der von motorisierten Fahrzeugen genutzten Straßen. Derzeit ist es trotz radfeindlichen Schaltungen möglich, z.B. im Feierabendverkehr aus Richtung Winterhude bis zur Autobahnauffahrt zur A7 in westlicher Richtung als Radfahrer den Autofahrer abzuhängen. Den Planern steht Potential zur Verfügung, dass, richtig angewandt, neben verkehrspolitischen auch die ökologischen Probleme abschwächen kann. Und gegen die zunehmende Fettleibigkeit hilft das auch noch!


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