Heute hat sich meine Meinung über die Deutsche Bahn AG geändert. Während sich in der Vergangenheit der Kontakt zwischen mir und Bahn dank unternehmensinterner Reisebuchung nur im Bereich meines Gesäß- und Rückenbereiches im reservierten Platz abspielte, habe ich nun meine eigenen Erfahrungen im Bereich der Fahrkartenreservierung machen dürfenmüssen.
Die Aufgabe an die Bahn war nicht schwer: reserviere für 4 Personen einen EC, Sitzplatzreservierung, Fahrradmitnahme, einfache Strecke, Prag-Hamburg. Bis zur Fahrkarte inkl. Sitzplatzreservierung bin ich gekommen. Beim Bestellprozess verfolgte ich aufmerksam die stätig hinzukommenden Gebühren. Zuerst für den Sitzplatz, dann für die Versandpauschale. Zu Guter letzt jedoch verließ mich das Online-Buchungssystem der Bahn. Denn ich hatte zwar Ticket und Platzkarten, die Fahrräder hingegen wurden selbst im letzten Schritt des Bestellvorgangs keiner Erwähnung gewürdigt. Also: Bestellvorgang abbrechen, auf der Seite nach Hinweise suchen aber nichts finden.
Heute habe ich dann das Telefon in die Hand genommen und für 14 Cent je Minute die Hotline um Rat befragt. Die erste Kontaktperson verwies mich zwar mangels Zuständigkeit an eine andere Nummer, unternahm jedoch den Versuch, mir zu helfen. Erfolgsquote: 40%. Der nächste Mitarbeiter wusste, dass Radkarten nur per Hotline gebucht werden können. Erfolgsquote: 100%.
Fahrräder können bei der Bahn also nur per Telefon (14 Cent je Minute) gebucht werden. Lustig wurde es, als die Mitarbeiterin mir den Bestellprozess erläuterte: ich solle parallel zur Onlinebuchung mit der Hotline telefonieren, damit ich kein Ticket buche ohne sicher sein zu können, ob noch ausreichend Stellplätze für Räder vorhanden sind.
Liebe Bahn: Im 21. Jahrhundert kann ich selbst Pizza in Tibuktu bestellen – ohne parallel eine Hotline anzurufen. Wie absurd dein umständlicher Bestellweg ist, weißt du sicher selber. Aber jetzt wo du an die Börse gehst, wirst du dich ja bald drum kümmern. Schließlich brauchst du ja mächtig Umsatz, um deine Aktionäre glücklich zu machen. Und vielleicht klappts ja auch bei den Kunden.
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