Germany´s next Topmodel

Die Hasenbesitzerin hat klare Regeln für das donnerstägliche Abendprogramm aufgestellt. Es gilt, das zukünftige Laufstegflittchen beim Kampf unter Gleichgesinnten zu beobachten. Um so erfreulicher die erhaltene Einladung des Autors, den Abend unter Kollegen bei einer gepflegten Happy-Hour in der Zaza-Bar im Hofweg zu verbringen. Der Hamburger Spontanregen schafft es nicht, die Stimmung zu trüben, auch wenn es sich mit trockener Hose deutlich bequemer in der Runde sitzen ließe. Die Cocktails lecker, die Stimmung heiter, die Diskussionen tiefgründig. Aber was passiert da kurz vor Acht? Plötzlich senkt sich die Testosteronquote in der Bar durch die reihenweise einfallenden FrauenMädchen. Was der Autor nicht wußte, ab viertel nach Acht wird die Bar in eine “TopModels”-Sports-Bar verwandelt. TV an, Musik aus, spitze! Die Flucht vor der heimischen Heidi-Mania gelang also wieder nicht. Wenige Minuten nach Beginn des TV-Duells der Hungerhaken war die Bar mit den Kandidatinnen rein äußerlich ebenbürtigen Personen gefüllt. Alle mit Blick auf den Flachbildschirm und die Hand am Drink. Uns blieb nur das akkustische Disaster. Eine visuell orientierte Show nur akkustisch zu verfolgen muss ähnlich aufreibend sein, wie den Live-Auftritt der Rolling-Stones ohne Ton zu verfolgen.

Dank angeregter und TV-Ton-überlagernder Unterhaltung driftete der Abend doch nicht ab. Aber für Donnerstags nach Feierabend muß sich der Autor was anderes überlegen. So geht das nicht weiter.