Die Rede ist von der olympischen Fackel. Es gab heute kaum ein anderes Thema, als das An- und Ausgehen der Flamme im tibetanischen Protest. Zuerst sympathisierten die Pariser, dann machen auch noch die Amerikaner Stunk. Also ab mit dem Feuer in Sicherheitsverwahrung.
Irritiert darf man über die Reaktionen von seiten des IOC sein. Da wird zuerst über Zwischenfälle geredet, die eigentlich Meinungsbekundungen zur Situation in China sind. Und dann beginnt man noch das Nachdenken über den zukünftigen Wegfalls des Fackellaufs.
Man kann zu China und der dortigen Politik stehen wie man will, aber derartige Überlegungen entbehren jeglichem Gefühl für Realität. Olympia ist ein Publikumsmagnet wie kaum ein anderer. Die Welt blickt auf den Ausrichter. Dass die chinesische Führung keine Ahnung von “richtigem” Timing zur Lösung des nationalen Konflikts hat, ist unbestritten. Und dass berechtigter Weise die Veranstaltungen der Olympiade zu Meinungsäußerungen genutzt werden, ist eine logische Schlußfolgerung. Anhand dieser Ursache/Wirkung-Kausalität allen folgenden Austragungsnationen das Privileg des Fackellaufs ab erkennen zu wollen, macht mir Angst, denn in diesem Schritt zeigt sich indirekt die Macht, die China auf die westliche Welt hat. Und dass Demonstrationen als “Zwischenfälle” bezeichnet werden, stellt die, die das so interpretieren, auf die selbe Stufe wie die chinesische Regierung.
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