Wie groß ist eigentlich der Zusammenhang zwischen Nachrichtensprecher und Glaubwürdigkeit der vorgetragenen Meldungen? Eine Selbstbeobachtung.
Betrachten wir zunächst die verschiedenen Protagonisten der deutschen Nachrichtenlandschaft. Da hätten wir Peter Klöppel, der dank durchtrainierter Mimik selbst harmlose Banalitäten in beunruhigende Schreckensmeldungen verwandelt. Einige Stunden vor Peter Klöppels Erscheinen präsentiert Katja Burkhard die Belanglosigkeiten der ersten Tageshälfte. Ihr Markenzeichen scheint eine Haut- und Haarbehandlung zu sein, bei der selbst die Puppen im Tagesangebot von HSE24 vor Neid erblassen.
Den beiden glattgeschliffenen SchauspielernSprechern die vorgetragenen Nachrichten als wahr abzukaufen, wäre als ob man einem Versicherungsvertreter an der Tür einen Vertrag unterschreibt. Also unmöglich.
Aber auch im Magazinformat glänzen die Privatsender durch den Einsatz von Schauspielern und grenzwertigen, maskenbildnerischen Versuchen. Frauke Ludowig hat sich mit ihrem Erscheinungsbild perfekt in die Sendung “Exklusiv” integriert. Sie ist optisch kaum noch von den namenlosen Starlets zu unterscheiden, die ihre höchst natürlichen Körper hemmungslos in die Linsen der Fotografen halten. Hier ist der Inhalt der Sendung in Inhalt und Optik mit der Moderatorin stimmig. Und sorgt dafür, weiterzuzappen. Über Christiane Gerboth wollte ich an dieser Stelle etwas Kritisches über Ihre Lippengröße in Proportion zum restlichen Gesicht schreiben, lasse es aber, da ich für meine daraus resultierenden Behauptungen keine Beweise hätte erbringen können. Unglaubwürdig ist sie aber allemal. Die Nennung weiterer Nachrichtensprecher und Magazinmoderatoren mit ähnlichen Charakteristika ließe sich fortsetzen.
Auf der anderen Seite gibt es hingegen die Sprecher, die mit ihrem Charakter den Nachrichten eine individuelle und persönliche Note verpassen. So begegnet man Ulrich Wickert (jetzt bei zoomer.de), Claus Kleber, Jan Hofer sowie Anne Will, Gundula Gause, Sabine Christiansen u..v.m. Alles Personen mit für den Zuschauer erkennbarem, natürlichem Charakter.
Als ein Ulrich Wickert noch bei der ARD Nachrichten verlas, die von Terror und Bedrohung nur so trieften, bildete man sich ein, er habe selber Angst. Einen Claus Kleber, mit seinen ironisch unterlegten Moderationen und seinen unsymetrischen Gesichtszügen, nehme ich weitaus ernster, als jede schauspielerische Einlage von auf Hochglanz getrimmten Marionetten. Auch bei diesem Personenkreis wäre die Nennung weiterer Namen möglich.
Mein Fazit: Nicht nur die Nachricht zählt, sondern auch die Art der Präsentation. Bei Zeitschriften ist es das Layout, im Radio die Stimme des Sprechers, im Fernsehen das Erscheinungsbild des Selbigen. Nachrichten verlangen nach Neutralität und Autentizität, da es sonst schwer fällt, sie für bare Münze zu nehmen. Mimik, Gestik und Auftreten beeinflussen den Empfänger. Nachrichten sind keine Shows, die Sprecher keine Showmaster – bzw. ”Anchorman/woman“. Finde ich.
Verpasse keinen neuen Beitrag und abonniere unseren RSS-Feed oder unsere Twitter-News.















