Die Krokusse blühen, Meisen bezirzen einander, Gastwirte verlagern ihr Inventar nach draußen und wir cruisen. Das war heute in Hamburg und es ist Mitte Februar. Während vermutlich jeder, der sich in den vergangenen drei Monaten im Solarium seine UV-Strahlung abgeholt hat, die Sonne angebetet hat, präsentierte das ZDF “Faszination Erde” und thematisiert die Folgen des Klimawandels genau auf den Punkt.
Aber besonders heute fällt es schwer, am Klimawandel etwas blöd zu finden. Zehn Grad, blauer Himmel und Biergarten – bleib mir weg mit schmelzenden Polkappen. Und Knut im Zoo ist doch soooo süß. Und so setzt Montag Morgen wieder jeder Ignorant in sein Auto und fährt die 5 Kilometer zur Arbeit. Treibhausgase können ja die Anderen minimieren, hauptsache der eigene Arsch ist schön warm. Ich kann auf Anhieb zehn Kollegen nennen, die zu Fuß schneller im Büro wären, als mit dem Auto. Aber bei dieser Diskussion hilft selbst Abitur nicht weiter.
Da nehme man sich doch ein Vorbild an den Helden der Nacht. Richie Hawtin, seines Zeichen vielbeachteter DJ mit Weltruhm kompensiert seinen CO2-Verbrauch durch Zahlungen an die Organisation Atmosfair, die wiederum das Geld in erneuerbare Energiequellen investieren. So soll eine ausgewogene CO2-Bilanz entstehen.
Mir kam beim Lesen des Artikels sofort die Idee, allen Steuerzahlern, die weniger als – sagen wir mal 5 Kilometer – Arbeitsweg (einfache Entfernung) haben und mit dem Auto fahren, bei der Steuererklärung eine Ökogebühr in Abzug zu bringen. Eine Art Pendlerpauschale für den Klimaschutz. Denn offenbar reichen 1,45 EUR/Liter Benzin und 10 Grad im Februar zum Umdenken nicht aus.
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