Keinohrhasen

Keinohrhase

Noch bevor ich auf diesen kritischen Artikel inkl. Diskussionsanhang gestoßen bin, war ich im Kino. Und das kommt selten vor. Das Mitgehen, so kann ich das nennen, fand aus Gruppenzwang statt. Gruppenzwang hat manchmal auch seine guten Seiten. Sonst hätte ich Sonntag Abend nicht im Kinosessel gelegen, mir die Tränen aus den Augen gewischt und am nächsten Tag Muskelkater im Sixpackbereich gespührt.
Aber scheinbar nehmen Menschen auch an diesem Meisterwerk von Till Schweiger Anstoß. Menschen, die den Gesamtzusammenhang nicht begreifen und ihren Kiddies zu hohe geistige Fähigkeiten unterstellen. Auch die Gesellschaft und Zeit in der wir leben scheint nicht zu interessieren. Der Film zeichnet auf sehr unterhaltsame Art die skurile Entwicklung einer Liebe und die positive Veränderung eines Menschen. Ein arroganter, karrieregeiler und oberflächlicher Reporter (Till Schweiger) entdeckt als Konsequenz aus einer richterlichen Anordnung seine Leidenschaft für Kinder und eine Frau. Im Grunde ist das Ergebnis des Films doch wohl ein erstrebenswertes, vermittelbares Bild vom Leben und Handeln: Achte deinen Nächsten, sei einfühlsam und liebe deine Frau. Ich bin mir sicher, dass alle Eltern ihren Kindern dies mit auf den Lebensweg geben wollen – egal wie alt sie sind.
Dumm nur, dass es heute aber so einen lockeren Umgang mit dem Thema Fortpflanzung gibt und sich die Umgangssprachen seit den Jugendzeiten der Kritiker auch verändert hat. Vergessen wird dabei all zu oft, dass ein Kind anders zuhört und warnimmt, als ein Erwachsener. Mir kommt es so vor, als sei das Wettern der Kritik ein Bekenntnis der Angst, dem Nachwuchs Rede und Antwort zu stehen und die Aufklärung anderen zu überlassen. Dabei bietet “Keinohrhasen” die Chance, seinem Nachwuch bei auftretenden Fragen zur Seite zu stehen. Pädagogisch ist der Film aus meiner Sicht wertvoll. Wenn ich mal Nachwuch habe, berichte ich, wie´s lief.


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  1. Gravatar Icon Ü-Ei sexuell bedenklich? at HASENFARM

    schrieb am 16. Januar 2008 um 20:29 Uhr:

    [...] die Diskussion um inhaltsvermittelnde Filme und deren jugendschutzrechtliche Einstufung wie bei Keinohrhasen geführt wird, erregte heute eine auf meinem Schreibtisch stehende Figur mein Aufsehen. Vor Wochen [...]

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