7. Februar 2010

essen_bueffel

Als ich auf Twitter von unserer bevorstehenden Reise schrieb, folgte mir plötzlich Maik, der sich inzwischen zu einem der motiviertesten Kommentatoren unserer Berichte entwickelt hat. Über seine Kommentare freuen wir uns bei jedem Mail-Check. Umso erfreuter waren wir, als er uns dann auch noch zum Essen einlud und dies bei Twitter verkündete.
Weil Maik sich so für unseren Tripp begeistert, haben wir uns extra für ihn geopfert, ein neues Experiment zu wagen.

…eine Bootsfahrt die ist fein.

bootsfahrt_01

Nachdem wir unsere psychische und physische Eignung gegenüber jeglichen Transportmitteln in Laos unter Beweis gestellt haben, galt es zu guter Letzt das noch fehlende Vehikel für eine längere Reise auszuwählen. Da wir uns den quälend langen, heissen und holprigen Weg von Muang Ngoi Neua zurück nach Luang Prabang nicht noch einmal in einem Mini-Van antun wollten und zudem einen Tipp bekamen, dass die atemberaubend schöne Strecke auch von einem Boot befahren wird, fiel die Wahl für die Rückreise auf eben jenes Transportmittel.

7. Februar 2010

Egal ob Bordsteinkante, wackeliger Hocker auf dem Gehweg, lose Tisch- und Stuhlgruppierung in einer Garage oder die Terrasse des Gästehauses – wir essen an den unterschiedlichsten Orten. Da Laos reich an Fauna ist, dauert es meist auch nicht lange, bis wir „Tischgesellschaft“ bekommen. So haben wir selten das Gefühl in trauter Zweisamkeit zu speisen. Meistens zahlt sich das Warten für die Zaungäste aus.

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Es geschah bei einer kurzen Bootsfahrt zurück von den 4.000 Inseln. Eine deutsche Backpackerin gab uns den Tipp, ab Nong Kiew mit einer einstündigen Bootsfahrt weiter nördlich nach Muang Ngoi Neua zu reisen, um in einer beeindruckenden Bergwelt die Abgeschiedenheit zu genießen. Abgeschiedenheit hört sich nach den strapaziösen Reisetagen über die holperigen straßenähnlichen Pisten durch das nördliche Laos sehr gut an.
So landeten wir in Muang Ngoi Neua und bezogen unser „River View Guesthouse“.
Aber wer hält es schon aus, den ganzen Tag faul in der Hängematte auf seiner Terrasse zu schaukeln? Aufgrund im Weg stehender Bergmassive und dichter Wälder fiel die sportliche Betätigung des Laufens aus. Radfahren war ebenso unmöglich. Also gingen wir fischen. Besser gesagt, wir gingen, Fische fangen lassen. Auf laotisch. Mit großem Engagement verfolgten wir, wie ein Fischer die verschiedenen Fangmethoden mit dem Netz vorführte und fette Beute machte. Uns wurde schon beim Zusehen ganz schwindelig und hätten uns beim Versuch, das Netz selber auszubringen, sicher selber gefangen. So aber konnten wir den Fang in praller Mittagssonne, am Lagerfeuer mit Gemüse, Suppe und Klebreis genießen.
Nach anstrengender Fischfangbeobachtung trieben wir abschließend den Nam Ou hinab – in Autoreifen liegend.

6. Februar 2010

Vor zwei Jahren haben wir Marko auf einem 5taegigen Dschungel-Trek in Venezuela kennen gelernt und dort gemeinsam in stockdunkler Nacht mit unseren Headlights Nudeln gekocht und uns ueber Skorpione auf dem Waldboden erschrocken.
Jetzt fordert uns Marko aus der Ferne, in dem er uns mit seiner Einladung zum Essen auch gleich noch eine knallharte Aufgabe stellt: Was bekommt man für den Gegenwert eines Whopper Menüs mit Bacon und Cheese, ohne Zwiebeln?

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Appartement mit zauberhaftem Ausblick wartet auf neue Mieter. 1 Zimmer, Terrasse mit Westausrichtung, klimatisiert (offene Lattenkonstruktion), minimalistisches Bad (Sitz-WC, Wassereimer, Spiegel), fließend Kaltwasser, individuelle Energieversorgung (Dieselgenerator hinterm Haus, Strom von 18-22 Uhr ), integriertes Insekten-Management (Mosquitonetz), gute Verkehrsanbindung (Bootssteg nur 3 Gehminuten entfernt).

Deutschen Immobilienhaien/maklern würde das Herz aufgehen und die Dollarzeichen in den Augen klimpern, könnten sie ein solches Mietobjekt in zentraler Lage einer deutschen Großstadt anpreisen. Können sie aber nicht, denn diese Hütte war in Muang Ngoi Neua unser Domizil. Abgeschieden und nur über den Wasserweg in einstündiger Fahrt erreichbar, lebten wir ohne TV, Internet und Co. für nur 4,16 EUR/Nacht im DZ.

31. Januar 2010

Es sind nicht nur die kulturellen Sehenswuerdigkeiten, die Landschaft oder das Essen, die das Reisen aufregend machen. Es sind auch die Begegnungen mit anderen Reisenden. Manchmal kreuzen sich die Wege einmal, manchmal trifft man sich Wochen spaeter am anderen Ende des Landes wieder.

Nach der Rueckkehr von unserem 2-Tages-Trek in Vieng Phukha sassen wir mit unseren Trek-Begleitern in der Loggia unseres Guesthouses, als sich ein weiteres Paerchen zu uns gesellte. So trafen sich in der laotischen Abgelegenheit, knapp 80 km vor der chinesischen Grenze wir zwei Deutschen, Vannara und Hervé aus dem franzoesischsprachigen Teil sowie Mireille und Roger aus dem deutschsprachigen Teil der Schweiz zusammen. Jedes Paerchen mit seinen eigenen Reiseplaenen. Eine Portugiesin, der Namen wir leider vergessen haben, die ohne Zeitlimit mit dem Rad unterwegs ist, vervollstaendigte diese Langzeitreisegruppe.

Vannara und Hervé sind seit Oktober 2009 und wie wir mit dem oeffentlichen Personennahverkehr unterwegs und haben noch 1 Jahr oder wie lange ihr Budget auch reichen mag Zeit zum Reisen. Mireille und Roger hingegen, radeln bereits seit September 2008 von der Schweiz aus über den Mittleren Osten bis nach Asien. Ach, und das ist ihre 2. Weltreise. Genug Stoff, um sich noch bis lange nach Abschaltung des Stroms im Dorf ueber Motivation, Erlebnisse und Tipps auszutauschen.

Zeitgemaess betreiben beide Paerchen Blogs. Vannara und Hervé lassen sich auf emmenemoiauboutdelaterre.over-blog.com ueber die Schulter schauen und die beiden Fahrradfahrer Mireille und Roger teilen ihre Erlebnisse unter mireiroger.wordpress.com.

Waehrend wir uns langsam oestlich, Richtung Nong Kiew bewegen, sind Vannara und Hervé nach Thailand aufgebrochen und Mirja und Roger radeln nach China.

30. Januar 2010

Eigentlich wollten wir ja, wie es der Name des Blogs erwarten laesst, auch ueber die Hasen in Asien schreiben. Nachdem wir in 4 Wochen aber gerade zwei Mal auf Langohren gestossen sind, fuehren wir hiermit die Rubrik „Dogs of Asia“ ein.

Wir kommen aus dem Lachen kau heraus, wenn wir um die Mittagszeit durch Orte laufen und die Hunde ob der hitzebedingten Muedigkeit in der Gegend herum liegen. Oft spielt es keine Rolle, ob der Schlafplatz mitten auf der Strasse oder auf einem Tisch ist.

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Wir mussten lange fahren, um der touristischen Hauptschlagader zu entkommen. Bis kurz vor die chinesische Grenze, in das Dreilaendereck von Laos, Thailand und China sind wir vorgedrungen, um im noerdlichsten Nationalpark einen Dschungel-Trek inkl. Homestay zu machen. Homestay bedeutet, als Gast bei einer laotischen Familie aufgenommen zu werden, mit ihnen zu essen und bei ihnen zu schlafen.

In der Umgebung von Viang Phukha leben verstreut und von der Zivilisation recht abgeschieden Volksstaemme von Lao Huay, Khamu und Hmong. So hiess es Wanderrucksack packen, Schnuerschuhe anziehen und ab in den Wald. Eben jener ist nicht sonderlich aufregend, sehen sich Bambus, Banane und Liane doch ueberall auf der Welt recht aehnlich. Spannend wurde es jedoch, als wir im Dorf Ban NamVang eintrafen. Nachmittags um 3 Uhr sassen die Maenner gemuetlich zusammen, assen und tranken, bzw. waren betrunken. Fuer die unzaehligen Kinder waren wir die Attraktion des Tages.

Es muss gesagt sein, dass die Bezeichnung Dorf nicht mit der uns Europaeern gelaeufigen Vorstellung zu verwechseln ist. Vielmehr handelte es sich um eine Ansammlung von Huetten auf einer Bergkuppe. Es gibt keine Infrastruktur. Kein Licht, keine Wege, keine Toiletten. Geschaefte werden im angrenzenden Niedergebuesch verrichtet. Fuer die ordnungsgemaesse Beseitigung menschlicher Hinterlassenschaften, sorgen dutzende frei umherlaufende Schweine und Huehner. Die wiederum zusammen mit den Hunden und Kuehen ihre Geschaefte willkuerlich im Dorf verteilen.

Fuer uns stand die Huette des Dorf-Chiefs als Unterkunft bereit. Ein lueckenhafter Bambusverschlag mit bambusgedecktem Dach. Im Inneren neben einer Liegeflaeche – aus Bambus. Ebenfalls im selben Raum war auch die Kueche: eine Holzfeuer mitten im Raum. Nein, es gibt keinen Schornstein! Dank der luftigen Bauweise zieht der Rauch irgendwann mal von alleine ab.

Gemeinsam mit den herzlichen Kindern spielten wir bis zum Einbrechen der Nacht Fussball. Die Herren waren zu betrunken, um sich mit uns zu beschaeftigen.

Nach dem Abendessen, welches wir in unserer Huette einnahmen, ging es gegen 8 Uhr in die Schlafsaecke. In einer Geraeuschkulisse aus grunzenden Schweinen, bellenden Hunden, besoffenen Maennern und singenden Frauen vielen wir in mehr oder weniger tiefen Schlaf, um gegen 5:30 Uhr durch die beginnenden Fruehstuecksvorbereitungen geweckt zu werden.

Es war ein sehr besonderes Erlebnis, in eine Dorfgemeinschaft blicken zu duerfen, die in allen Belangen so fern von der uns bekannten Art und Weise lebt und die in den kommenden Jahren starke soziale Veraenderungen erleben wird.

kinder

29. Januar 2010

12:00 Uhr faehrt der Bus von Luang Namtha nach Vieng Phoukha. So steht es am Ticketschalter der Busstation in Luang Namtha geschrieben. Morgens nach dem Fruehstueck haben wir unsere Befoerderungsberechtigung erworben und uns – die deutsche Puenktlichkeit noch nicht gaenzlich abgelegt – fuenf vor Zwoelf am Ort der Abfahrt eingefunden.
Der Bus entpuppte sich als ein Mini-Van, offiziell mit 13 Sitzplaetzen ausgestattet. Dumm nur, dass schon wir beide Platzansprueche im Gegenwert von 4 Asiaten erheben. Gegen 12:30 Uhr sassen bereits 15 Personen im Minibus und der Andrang weiterer williger Mitreisender riss nicht ab. Gegen 13:00 Uhr, als der Busfahrer seine Mittagspause beendet hatte, merkte er, dass der Anzahl wartender Fahrgaeste zu wenig verfuegbare Plaetze in seinem Vehikel gegenueber stand. Langsam machte er sich daran, das Problem zu loesen: er zaehlte mehrfach durch, aber es wurden nicht weniger Passagiere. Gegen 13:30 Uhr begann man, ein Songtaew, ein in Asien haeufig anzutreffendes Transportmittel, mit Wartenden zu beladen. 14:00 Uhr, sassen wir mit 8 weiteren Passagieren und einem Schwein auf der Ladeflaeche und machten uns zeitgleich mit dem Mini-Van mit seinen 16 Fahrgaesten auf den Weg in das knapp 60 Kilometer entfernte Viang Phukha. Gegen 16 Uhr erreichten wir unser Tagesziel. That is Lao-Style!

schwein

unsachgemaesser Tiertransport

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